Mit all den Abgründen und klaren Momenten dazwischen.

Die Freiheit, die gesucht wird, findet ein Mensch nur in sich selbst.

Angst und Neid und Vorstellungen, auch Aggressivität und ein Unverständnis in die eigene Reihe wirken neben der Suche wie ein permanenter Begleiter.

Sind es doch genau diese Gefühle die einen Menschen davor stoppen, bestimmte Wege zu gehen. Bestimmte Wege gehen zu können.

Lange Zeit suchte ich in den äußeren Umständen nach dem Grund für meine eigene Unzufriedenheit. Auch eine Unzufriedenheit über mich im großen Maße. Die Verantwortung für den gefühlten Käfig sah und sehe ich noch zu manchen Momenten in den Handlungen, die mich einzuschränken scheinen. Die Handlungen von anderen Menschen. Von Umständen, von Vergangenheit. Von eigener Schwäche.

Diese Dinge, um alles bei einem Wort zu nennen, sind jedoch nicht der Grund des gezwängten Gefühls. Nach einer Weile wird klar, dass das Entlassen auf ihnen, das Gefühl zu ersticken nur verstärken.

Sich aufzurichten und bestimmten Schrittes zu gehen, tut sich schwerer mit gebücktem und steifen Nacken nach Jahren der Unbeweglichkeit. Und der Versuch sich in allem zu entlasten, bewirkt Unbeweglichkeit.

Doch auch der Körper lässt sich wieder richten. Und ist für einen Menschen die Stärke und Kraft des Körpers von Nöten, so ist der Weg einem klar. Sind es an manchen Tagen die Schritte nach außen. Das Heben des Kopfes. Ein Sprung, zu Beginn im Schatten anderer Augen, später gewagt neben bekannten Menschen.

Der Wunsch nach dem schnellen Weg ist präsent. Kennt eine Mensch die Theorie, so sagt man, kann ein Mensch die Praxis folgend machen. Doch einem natürlichen Wesen ist diese Schnelligkeit nicht inhärent. Selbst in Gefühlen der Rastlosigkeit, ist es nicht der schnelle Weg der gewünscht wird. Ist es nicht der schnelle Weg der überhaupt offen steht.

Willst du deinen Körper strecken und tust dies schnell, weil du weißt, dass einem Körper bestimmte Bewegungen möglich sind, gesehen oder gehört, in Wissen erforscht. In jedweder Weise erfahren. Tut man dies nach lebenslanger Unbeweglichkeit wird der Körper brechen. Bänder werden reißen, Muskeln sich verzerren. Erschrocken von der Unsanft sich selbst gegenüber, schockiert von dem mangelnden Vermögen sich selbst zu kennen. Und die Regeneration wird Tage und Wochen und Monate und vielleicht Jahre ins Land ziehen lassen. Bevor man sich an den neuen Sprung wagt, wird auch die Angst davor heilen müssen und ohne es geplant zu haben, ja mit einer gar gegensätzlichen Intension, brach man sich selbst den Glauben an das Schaffen.

Ich möchte hier verdeutlichen, dass das Finden der Freiheit auch so nicht funktioniert. Was ich damit nicht meine: in jedwede Richtung zu denken und die Taten tot zu grübeln, aus Angst man überschätzt sich selbst. In welchem Leben man ist, dass liegt einem jeden selbst in der Hand.

Und wird hier nicht besprochen, wie es ist gesund und munter aus einem fest gefahrenem Leben auszutreten. Hat man diese Vorstellung, so verabschiede man sich sogleich davon.

Ist es auch nicht der Körper, welcher im Mittelpunkt steht, obgleich die Metapher dorthin deutete. Ist es die Seele und ihre Flügel welche meine Aufmerksamkeit erhalten.

 

Ist man manchen Menschen begegnet ist das Auge und seine Tiefe der beste Spiegel um in die Seele zu blicken. Ist es ein bekannter Spruch, so ist es nicht ein falscher. Und in manchen sieht man Tiefe und Weite, die für sich selbst gewünscht ist. Die vielleicht sehnlichst vermisst wird, obgleich vielleicht nie erlebt doch in dem vollkommen Wissen, dass sie dem Eigenen inhärent ist. Und es verleitet schnell, diese Augen des Fremden zu seinem Eigen zu machen. Und Wege die man kennt um solches zu vollenden, zu beschreiten.

Und verleitet wird man hier Wege zu gehen, die man selbst nicht kennt. Nicht weil sie abenteuerlich und neu sind. Doch weil sie ihrem eigenen Weg nicht inhärent waren. Und man versuchte etwas zu kopieren. Und am Ende wird man stehen auf beiden Füßen, das Ufer nie erreicht haben. Erschüttert von der Erkenntnis, das dies nicht war, was ein Mensch gesucht.

 

So möchte ich zurück leiten zu dem Beginn des Gedankens.

Ist es der Zustand in einem Menschen, dass sich das Gefühl ausbreitet, in seinem Körper und seiner Seele beherrscht zu werden, kann dies ein Schmerz sein, der keine Worte kennt. Kann man sich nur manch einem Menschen mit diesem Gefühl offenbaren und Erfahrungen teilen. Einem Menschen, der dies nie erlebte, wird der Weg zu der Tiefe des Gedankens nie zugänglich sein.

Und interessant ist: obgleich ich persönlich glaube, dass in einem jeden Wesen dieser Wunsch und dieses Innere existiert, ist es mir klar geworden, dass nicht ein jeder das Ziel hat danach zu suchen. Allein nach dem Wunsch zu suchen. Und es ist nicht in der Aufgabe eines jeden Menschen dies zu beschreiten. So wende ich mich an jene, die den Worten folgen können.

(In Ergänzung: Ist es vielleicht einer Dankbarkeit verpflichtet, dass nicht jeder Mensch diesen Wunsch in sich spürt. Wäre die Welt um so vieles ungeordneter und würde vielleicht an vielen Enden und Angefangen brennen. Und das in Ausmaßen, die nun noch lange nicht sind. Obgleich es in so vielem befreien würde. Doch die Zeit die es braucht und die Masse der Energien die auf dem Weg des Lernens frei gesetzt werden können, werden mächtig sein. Je näher man sich an die Flammen in sich wendet und doch den Umgang mit ihnen noch nicht beherrscht. Werden zumindest Tränen fließen. Wenn nicht Blut.)

Die Schilderungen sind von jedem Menschen abzuwandeln. Ist es nicht in der Aufgabe ein universales Bild zu errichten, bin ich lediglich ein Mensch, der lediglich die Dinge sah und erfuhr, die meinen Weg kreuzten. Von dem anderer Menschen habe ich nur wage Vorstellungen, wenn auch, durch ausgeweitete Spannweiten in mir selbst, manch eine gute.

Ist es der Drang sich selbst frei zu treten, ist wohl der erste Schritt, sich nicht wahrhaftig frei zu treten. Denn diese körperliche Handlung wird in Umfeldern ausgeführt, die vertrau sind. Sanktionierende Gesellschaften gestatten es nur selten, eine solche Handlung in der Sichtbarkeit anderer Augen auszuführen. Doch gerade in diesem Vertrauten leben Menschen die zuweilen bereit waren, das Herz zu geben. Und denen man selbst zu weilen bereit war, das Herz zu geben. Und wie ich oben den eigenen brechenden Körper erwähnte, so wird es hier der eines anderen sein. Und der Schall davon wird zurück kehren und sich in einer Form fest beißen, dessen Beschreibung ich mir nicht zutraue.

Die Aufmerksamkeit geht nur langsam von den ablenkenden äußeren Gegebenheiten und speziell von Menschen in nahem Umfeld auf sich selbst zurück. Diese Aufmerksamkeit wird verlangt. Warum man sich von dem Gedanken verabschieden muss, die Verantwortung für seine Gefühle in die Hände anderer zu legen. Eine Frage die auch in der Sache selbst klar zu sein scheint. Denn eines muss man sich deutlich machen: sind es nicht wirkliche Käfige um den menschlichen Körper, die ihn binden. Denn zu diesem Fall kann ich mich nicht äußern und niemals würde ich es wagen hier zu sprechen und mir anzumaßen Wissen darüber bekunden zu können.

Doch dem Käfig in der Seele bin ich vertraut. Der Auseinandersetzung mit sich selbst bin ich vertraut. Den Abgründen, die so oft vor mir aufleuchteten, bin ich sehr vertraut. Ich habe das Wissen darüber, dass sie existieren, wenn auch ich nicht in das Bewusstsein der Situation zurück kehren kann, wenn ich diesen gegenüber stand. Ich habe das Wissen darüber, die Tage auszuharren, wenn die Ängste und Verzweiflungen sich mit dem Inneren fetzen. Kenne das Gefühl sehr gut, machtlos sich selbst gegenüber zu sein. Sich selbst ausgesetzt zu sein. Kenne das Gefühl sehr gut, über Wochen auf dünnem Balken zu stehen und keine Gewissheit zu haben, ob ich jemals den festen Boden erreiche. Gelegentlich den Fall ins Tiefe auszuhalten und nicht auch meinen Körper aufschlagen zu lassen. Ich kenne die Wut und die Enttäuschung. Ich kenne viele Facetten der Angst, die im Inneren sich ausbreiten können. Ich kenne ihre Auswirkungen auf den Körper. Kenne das magere Gesicht im Spiegel. Die ausdruckslosen Augen, wie die wirren. Das Rinnsal an Rotem über die Haut.

Und ich kenne den Versuch die Verantwortung von mir abzuwenden und sie anderen Dingen aufbürden zu wollen. Und dabei ist es nicht der unüberlegte Gedanke, man selbst wäre es nicht. Doch die Angst und der Stolz sich nicht alles selbst anzusetzen. Die Angst vor der Verzweiflung und der Stolz, der sich über die eigentliche Kraft bewusst ist und die Handlungen nicht versteht.

Und manch ein Mensch ist so tief in seiner Liebe, diese Schwere des Gefühls mit leichten Fingern entgegen zu nehmen und zu wiegen, bis sie sich wohlig fühlt und geborgen.

Und wichtig ist, dass dies nichts verwerfliches ist. Es ist kein Zeuge der Schwäche. Obgleich die Reaktion meiner Selbst oft zu diesen Gedanken verleiten ließ. Doch was es reflektiert ist nicht das eigene, es ist die Reflexion des Besitzers dieser Hände. Es kann dir Wissen über diesen Menschen geben, es kann Vertrauen aufbauen, es kann Vertrauen vertiefen, es kann Vertrauen köstlich machen. Doch mit der Ausgangssituation hat es nichts zu tun. Begab man sich zwar in diese Hände, muss man sich nicht davor fürchten, dass man nun zu schwach zum kämpfen wurde und die Geborgenheit und Wärme den sonnst so schweren Weg in Watte gepackt hätte. Denn der Wünsch ist inhärent, wie vorher beschrieben. Und er wird sich zeigen und nicht ruhen. Und wenn man anfangs auszuweichen versucht und verzweifelt, ist dies eine Etappe die gegangen wird. Gerade weil man sich der Schwere des Weges bewusst ist. Doch der Drang ihn dennoch zu beschreiten nicht verblasst.

Und die Suche in sich selbst ist wohl das interessanteste darin. Und an dieser Stelle werde ich nicht mehr von Verantwortung sprechen. Nachdem man sich nämlich los gelöst hat von der Vorstellung, dass Äußeres zu sehr beeinflusst oder einschränkt, ist es nicht mehr eine Bürde die vor einem liegt. Das Gewicht verteilt sich. In ein nicht zu beschriebenes Gefühl. Ein Gefühl was in manch einem Menschen zu manch einer Zeit unverhofft zu Vorschein tritt. Nur wenige Momente lang, legt sich ein Schleier und die Vollendung des Eigenen erfüllt das ganze Sein. Ein Einblick in einen Zustand, der vielleicht das Ziel des ganzen bedeutet. Und welcher die Seele mit Sehnsucht beschüttet, zugleich in Verzweiflung führen kann und zu Dankbarkeit rührt.

 

An manch einem Tag ist es nicht möglich auch nur eine Handlung zu tun, und das Gefühl zu haben, man entscheide sich frei dafür. Nicht einmal die Worte die aus dem eigenen Mund kommen, geben das Gefühl, als wäre man sich selbst. Sie sind befremdlich. Und zuweilen hasst man die eigene Stimme und wünschte alle Fähigkeit des Sprechens würde vergehen, damit die Enttäuschung nicht mehr kommen kann über das eigene Wort.

Und solche Tage empfinden sich, als würde dieser Zustand nie enden. Der Zustand in dem man sich sich selbst so fremd fühlt. Und man vor allem alleine sein möchte, um der eigenen Reflexion zu entgehen. Ihr auszuweichen.

Mit der Zeit kommen Tage auf, an denen es wieder leichter wird zu sein. Eine Stärke breitet sich im Körper aus und Bewusstsein breitet sich aus. Und so schnell dies wieder vergehen kann, war man einen Moment in einen anderen Zustand getreten, der sich wie ein Schritt weiter empfand. Doch nicht konstant war. Nicht haltbar.

 

Der Wechsel des Gefühls von der Verzweiflung über sich selbst zu einem zuvor nicht gekannten ist unbewusst. Es fällt nicht schlagartig auf. Zumindest war dies bei mir nicht der Fall. Doch der Auslöser ist nach einiger Beobachtung zu identifizieren.

Es ist keine Stimme mehr im Kopf, die sagt:“ Du musst tun, was du sehnlichst willst, sonnst gehst du ein und verdorrst.“

Die Stimme, die ungemeinen Druck ausübt. Einen Druck den man über sich selbst ausübt. Mit den Wunsch vor Augen, was man will und der Umgebung die dies scheinbar nicht gestattet. Ein Wunsch der oft mit Emotionen, mit Angst oder Enttäuschung, auch oft mit Wut an die Oberfläche tritt und sich dem Menschen selbst und seiner Umgebung zeigt.

Ein springendes, zitterndes Bewusstsein. Jede Gelegenheit ergreifend und so viele Worte und Taten von außen als Angriff auf die eigene Freiheit empfindend. Die Kraft aufzustehen, immer wieder verspielend in diesen Momenten der vollkommenen Energiefreisetzung. Sie ist ein stetiger Begleiter auf dem Weg. Doch richtet man sich in die Nähe einer neuen Phase, dimd es ab.

Und die Energie, die sonnst so präsent war, die man trotz der Ausbrüche trotzdem liebte, weil sie die Kraft zeigt, die in einem ruht. Sie geht nicht verloren. Sie weitet sich aus. In jede Zelle des Seins, noch unklar in welchen Ausmaßen, doch bedeutend stärker als zuvor. Nicht mehr springend und zerstörend und Unzufriedenheit ausdrückend. Sondern beruhigter und stärker und bewusster.

Die dauernden Entschuldigungen lassen nach. Das permanente Rechtfertigen sich selbst und anderen Menschen gegenüber findet keinen Platz mehr in den Gedanken. Scheint nicht mehr von Nöten zu sein. Zugleich weitet sich das Feld der Möglichkeiten. Man wird anderen Verständlicher, weil man nicht mehr ausweicht mit den unkontrollierten Emotionen und seine Worte verwirrt und im Unterdrückten sich nicht traut zu sprechen was gemeint ist. Man wird sich selbst verständlicher, weil man seine Worte nicht mehr verwirrt und sich traut zu sprechen was gemeint ist. Und sich Wege öffnen.

Das Gefühl eine neue Phase beschritten zu haben, wird untergründig klarer. Durch bisherige Erfahrungen ist man sich bewusst, gelegentlich ein früheres Gesicht vor sich zu sehen. Doch mehr Ruhe kehrt ein. Und Gelassenheit. Und Stärke, die nun zum ersten mal für Taten für sich selbst genutzt werden kann.

 

Der Weg in solchen Auseinandersetzungen mit sich selbst wird immer lang bleiben. Die Vollendung, wohl nicht absehbar. Doch ist dies nicht das Ziel. Das Ziel ist der Weg und der Weg leitet dich zu dir selbst. Und was du willst, ist diese Zeit.

Mit all den Abgründen und klaren Momenten dazwischen.

 

 

 

 

 

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