Sind es Tage gewesen, werden es noch Stunden sein

Ich sehne mich nach mir.

Mein ganzer Körper geht in dem Gefühl unter. Keine Sekunde werde ich alleine gelassen, von diesem tief sitzenden Gefühl.

Es nicht fassen kann ich und nicht halten, kriecht es leise an die Oberfläche. Spüren werde ich, jedes Mal wenn ich gefangen werde von der Wucht der Enttäuschung, von der Wucht des Unvollständigen.

Unvollständig. Wenn ich zuvor das Wort kannte, so war mir dessen Wirkung nie bewusst gewesen. Es ist nicht ein simples Fehlen bestimmter Züge. Es ist das tiefe und purste Vermissen in einem Strudel von eigener Einsamkeit.

Die Wärme eines Menschen ist Halt bringend. Vergessend. Die Liebe. So bedingungslos. Doch ist mir meine eigene so fremd geworden. Unter Beobachtung. Und Bewertung. Und Zweifel und Enttäuschung ist die Selbstperspektive gefangen. Will ich nicht sagen ich empfinde mich fremd in mir, klingt es kalt und schrecklich in meinen Ohren, kann ich keines dieser Dinge leugnen.

Ich fühle mich fremd in mir. So fremd wie mir nie ein Mensch erschien. Verstehe nicht meine Taten, wirkt mein Empfinden in mich und ich verstehe die Dinge nicht die passieren in und um und mit mir. Und bin ich beobachtend, bin ich immer noch ich und stecke dort fest. Und verstehe die Dinge nicht die ich tue. Verstehe die Worte nicht die ich sage. Sitze fest in Gedanken um mich selbst. Sitze fest in tiefster Selbstwahrnehmung und gefangen in Bildern, dessen Farben ich nicht sein will. Und ich kämpfe dagegen an, sie zu sein. Und jeden Tag bin ich sie. Und keine Identifikation ist in ihnen. Die ich teilen könnte.

Ich fühle mich so fremd von mir. Spüre eine Instanz die meinen Körper einnimmt. Eine Instanz die mir noch so fremd ist, doch die ich sehnlichst will. Mit all meinen Sinnen die ich mir entbehren kann. Mit all meinem Sein. Und ich bin sie nicht. Und zugleich bin ich.

Und so viel Facetten hat das Spiel. Kann mich brechen. Kann mich an dünnen Seilen halten. Und so lebe ich den langen Tag. Denn aufgeben kann ich nicht. Und die Phasen leben muss ich. Und mich selbst leben muss ich. Es ist nicht logisch aufzugeben, selbst wenn die Schwere und das Zittern meine Brust umklammert. Sich an mir fest beißt. Blut hinterlässt. Und Narben.

Es ist die Dauer die mich ausmerzt. Die Momentlosigkeit. Dass ich mich oben halten muss. Konzentrieren. Anstrengen mit mir selbst zu leben, und kommen Stimmen von außen und sprechen so einfach sollte es sein und ich nehme sie und verstehe sie, doch fühlen kann ich sie nicht. Schweigend kann ich es nicht machen.

Und von niemandem könnte ich das hören und würde es glauben. Und so sehr wie ich es nicht glauben will, lebe ich es.

 

Es ist so alltäglich geworden, ich kenne mich in anderen Gefühlen kaum noch. Das Zittern ist so alltäglich geworden, es gibt nur heilende Situationen und verschlimmernde. Und werden die Dinge nicht von außen an mich heran getragen, sie kommen von innen. Und das ist das Schreckensvolle und mich in Angst geleitende. Bin ich es die dort ist. Und ich bin an der Oberfläche, doch mag mich nicht leiden. Will ich so nicht sein, ich will dem so fremd sein.

Die Stärke und der Stolz in mir verstehen mich nicht. Sind dort Dinge, die ich sein will, weil ich es fühle. Weil ich weiß, ich bin es bereits. Doch spiele ich in dem Theaterstück. Und hoffe, es handelt nicht mein ganzes Leben. Hoffe es endet bald, und lässt mich den kühlen Dampf der Gassen, die Kälte der Nacht einatmen hinter dem Hallen der Spielhalle.

Und das leiser werdende Geräusch von Stimmen, die abschätzenden Worte und der Beifall dringen nur noch aus der Ferne an mich heran. So gut habe ich gespielt und so gut bin ich diese Person gewesen. Jeder hat geglaubt was er sieht. So gut bin ich gewesen.

Und schlägt die Türe hinter mir zu. Ist es die Stille die mich umfasst. Und verklingen die Laute von dem Stück. Bin ich alleine. Die Stärke erfüllt mich. Und die Blässe des schwarzen Himmels ist wie ein mir zurück gekehrter Freund.

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