Kaffeeflecken und Lavendel.

Ich sitze am Küchentisch.

Ich weiß nicht wie es für euch ist, aber ich verbinde mit ihm irgendwie so viel mehr als mit jedem anderen Tisch. Als ginge es einem automatisch gut, nur weil man dort sitzt. Nicht weil Essen in der Nähe ist…nun ja, auch das, aber dies ergänzt höchstens das i-Tüpfelchen.

Als ich noch zuhause wohnte war dir Küche für mich der produktivste Ort im Haus. Allein von der Arbeitsaura meiner Mutter wird man mit Gedanken geflutet, wenn der Kopf zum Denken bereit ist. Die Küche ist ein Ort für Selbstgespräche. Man kann wurschteln und ein wenig aufräumen dazwischen und die kompliziertesten Gedankenknoten auffriemeln (Ich verstehe nicht, wieso mir das Wort jetzt rot angestrichen wird. Ein wunderschönes Wort. Stattdessen wird „aufriegeln“ vorgeschlagen. Auch nicht schlecht, zumindest wenn man an alte Häuser mit knarrenden dicken Holztüren denkt. Aber dennoch. Das Wort ist fantastisch.). Ich habe meinen Gedankenfaden verloren. Wo war ich? Ach die Küche!

Ein Holztisch. Angetrocknete Wachstropfen von diversen Osterzeiten. Von der ein oder anderen Kerze. Manche als kunstvolle Gestaltung meines Bruders. Kleine Kratzer und Abschabungen verraten vergangene Nervösitäten. Fesselnde Gespräche. Ein wenig Langeweile. Ein wenig Kummer. Ein bisschen Freude, wenn weiches Holz sich so schön leicht von der Tischplatte abschaben lässt. Kaffeeflecken überdecken die Rotweinränder. Sie wirken unscheinbar. Doch sind voller Liebe. Voller Genuss.

Der Raum ist hell durch das Sonnenlicht, welches durch das Gartenfenster seine Wege sucht. Der Lack blättert von den Fensterrahmen ab. Helles Holz unter vergangenen weißen Farben. Abgesetzte leichte Staubschichten. Leicht vertrocknete Kräuter auf der Fensterbank. Das ein oder andere glückliche Blümchen, vom Straßenrand aufgelesen. Und dahinter.

Tiefes Grün. Lautes Gezwitscher der Vögel. Flatternde Schmetterlinge. Als seien sie nur dafür aus ihrem Kokon gekrochen, um den Garten mit Harmonie zu füllen. Fleißige Bienen um die Lavendel-Sträucher herum. Sträucher und Bäume nach ihrem Willen wachsend. So viel Schönheit. Und dazwischen zwei von der Hitze ermüdeten Beagle. Schlapp mit dem Schwanz wedelnd, sollten sie dich sehen.

Ich vermisse diese pure Natur. Den Duft der Apfelbäume im Herbst. Der Nussbäume. Die keckernden Eichhörnchen. Der klare Nachthimmel und die Reinheit in der Luft. Solch frische Intensität. Der Regen, so viel klarer und sauberer, als in der Stadt. Als hätte er sich das Wegspülen ermüdende Gedanken zur Aufgabe gemacht. Als wäre es das Geschenk an dich. Eines jeden dicken Regentropfens.

 

Der ursprüngliche Titel dieses Beitrags lautete „Dein Leben liebt dich.“. Irgendwie bin ich jetzt aber an meiner Heimat hängen geblieben. Die Sonne schein mir so warm auf den Rücken. Ich fühle mich gerade so wohl. So warm. So ruhig. Obwohl ich gerade eigentlich in meiner eigenen Küche sitze. Nicht in der Heimat bin. Und eigentlich wollte ich auch darüber zwischendurch was einfügen. Aber das vergaß ich wohl… Und mein Essen ist jetzt im Ofen fertig. Es riecht lecker. Ich habe hunger..

Verdammt dieser Fokus! Nun, wie ihr schon zu Beginn gemerkt habt, änderte ich den Titel. Logischerweise. Also ich werde ihn gleich noch ändern. Obwohl auch die Liebe zu solchen Dingen ein Teil der Liebe zu Leben ist. Ein Teil der tiefen Dankbarkeit. Der tiefsten Freundschaft. Doch ich werde zum Leben noch viel schreiben. Oh so viel. Wenn die Schwingungen passen. Wenn mein Kopf klar ist. Jetzt wurde es für heute nur eine Schilderung eines Gedankenbildes. Eines kleines Sehnsuchtsgefühls zu eben diesem Ort. Zu der Geborgenheit meiner Familie. Denn genau diese schwebt in der Küche. In jedem Wachstropfen. In jeder dunklen Fliese. In jedem Kaffeefleck.

 

Danke dafür.

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Hallo?

Das hier wird wohl mein erster Beitrag auf diesem Blog werden.. Da ich gerade erst ein paar Einstellungen durchstöbert habe, wird es wohl noch ein Weilchen dauern, bis ich hier etwas sinnvolles hinschreibe. Doch da mit oder ohne Sinn im Auge des Betrachters liegen, möchte ich nicht im Vorhinein meinen Beiträgen eine bestimmte Note verleihen. Also fühl dich frei und denke was immer dir zum fühlen bestimmt ist. Das war weder korrektes Deutsch, noch sind die Worte in dessen Bedeutung richtig gewählt. Doch irgendwie gefällt mir der Satz. Ich werde ihn wohl stehen lassen. Zudem er sich bestimmt nun auch schon wohlfühlen wird und ich ihn nicht heraus bringen will aus seinen ersten Gefühlen über sein neues Zuhause.  An alle Gender-Aktivisten: verzeiht mir die männliche Zuschreiben des Satzes… In meinen Augen umhüllte der Gedanke an ihn etwas, was mich ihn so bezeichnen ließ. Und ich werde versuchen mich hiermit weniger zu erklären. Eine kleine Aufgabe die ich noch zu meistern habe. Die Rechtfertigung. Aber dazu schreibe ich bestimmt einmal einen Text!

Und damit komme ich zu dem Grund warum ich hier bin. Ich möchte sprechen. Also eigentlich schreibe ich. Aber ich möchte meinen Gedanken eine Stimme geben. Sie ausdrücken. Vielleicht Menschen helfen, vielleicht Anregungen geben, vielleicht für Erheiterung sorgen. Die Betrachtung ist jedem selbst überlassen. Doch ich weiß, dass die Worte freiwillig gelesen werden. Ich zwinge niemandem meine Meinung auf. Gebe niemandem Ratschläge oder meine Gedanken zu Themen die diesen Menschen gerade bewegen. Vielleicht möchte er das gerade nicht hören, ist aber zu höflich es zu sagen. Ich merke es an seiner Körpersprache. An der Art, wie er sich artikuliert. Doch der Drang in mir bleibt, das Gemeinte beschreiben zu wollen. Denn auch das ist etwas was mir manchmal nicht gleich fällt. Der rote Faden, wie ich es in der Schule lernte.

Versteht mich nicht falsch, ich sehe das nicht als etwas mangelhaftes an. Viel mehr als eine Fähigkeit die sich dahinter versteckt. Die Fähigkeit Universen über Themen zu öffnen. Verzweigungen und neue Wege und immer neue und neue Gedanken. Ein Geistesblitz und in der nächste Sekunde ist er verschwunden. Ich weiß nicht wohin ich vergesse wohin ich mir die Wegbeschreibung lege. An einen Ort, bei dem ich denke, dort werde ich gewiss als erstes suchen. Wie die Passwörter auf Unterlagen gekritzelt. Wie Kopfhörer im Zimmer verschollen. Wie der Kellerschlüssel sich ein Leben neben uns aufbaut. Beobachtend und gut versteckt. Wartet er auf seinen vorherigen Besitzer? Haben wir ihn verschreckt? Ich bin sicher er kommt irgendwann wieder hervor.

Doch weiß ich nie wann sie wieder kommen. Ich bin jetzt wieder bei den Gedanken. Ein blick nach oben in den Text und verloren ist das Gefühl was ich am Ende des zuletzt geschriebenen Satzes hatte. So alltäglich. Und doch jedes mal ein kleiner Abschied. Dankbar. Aber für eine Sekunde schmerzhaft.

Zurück zu den Gedanken. Wenn sich mir ein solches Universum eröffnet, fluten die Gedanken über mich herein und die Erkenntnisse lassen mich manchmal nur im Schweigen und Atmen zurück. Atmen. Danken. Für so viel Schönheit die einem manchmal bewusst wird. Dass das alles möglich ist. So zu denken. Der Weg dahin und das Geschenk eines jeden Momentes der einen weiteren Stern im unendlichen Raus setzt.

Was ich schreiben werde? Ich weiß es noch nicht genau. Manchmal wusste ich es. Und ich dachte: „Hey, du solltest einen Blog schreiben!“. Aber dann dachte ich wieder zu perfektionistisch und wollte Zeit einplanen. Zeit und die richtigen Schwingungen. Anfangen. Manchmal muss man anfangen um sich frei zu fühlen. Anfangen und Anlauf nehmen. Die Arme ausbreiten. Fliegen. Atmen. Leben.

Mit solch kleinen Dingen fängt es an.

Solch kleinen Dingen, wie den Gedanken einen Ort geben, wo ich sie nicht mehr vergesse. Ich habe Cindy gesagt, wo sie sind. Hier. Sie wird mich daran erinnern wenn ich sie frage.

Wann immer ich das Gefühl habe meine Gedankengänge aufschreiben zu müssen, werde ich das hier tun. Wenn mein Laptop in der Nähe ist. Sollte er das nicht sein, kann ich es auf Taschentücher schreiben… Doch ch weiß nicht ob ich den Gedankenfetzen, hier daraufhin noch den Ausschrieb schenken kann. Es muss passen. Sonnst wäre es nicht gut.

 

Und hiermit beende ich erstmal meinen ersten Eintrag. Es fühlt sich schön an um einen solchen Ort zu wissen. Ich mag es hier.