Lass los.

Es ist nicht das Sein im Glücksempfinden. Es ist nicht das Sein in der Interpretation per se. Es ist nicht das Sein in der Direktheit zur Finsternis und zum Dunkeldenken.

Es ist das Sein im Atemzug. Es ist das Sein im Wesen des Körpers. Es ist das Sein im Selbst verbracht und zu sehen aus der Seele.

Keine Zuordnung in bestimmte Richtungen, kein Einfügen in bekannter Raster. Es ist nicht das Vermischen von Eigenem in die Gedanken Fremder, lass es sein, wie du auch sein gelassen werden willst.

Es ist Freiheit, wenn die Gedanken in der Tiefe sich verlieren. Es ist Freiheit, wenn keine Richtung in positives, keine Richtung in negatives eingeschlagen wird. Wenn das Urteil über das Getane und das Umgebende endet und deine Umwelt als Sein sich frei existieren darf. Dann ist es die Freiheit in dir, die auch sich wieder findet. Wie will sie sich fühlen können, wenn nichts anderes um sie herum sich fühlen kann. Wie will der Ausgleich geschaffen sein, wenn nichts um dich im Ausgleich wandeln darf. Wenn jeder Streich dich trotzen lässt. Wenn ein Hauch dich verletzen kann in deinem Stolz, in deiner Unperfektheit, in deiner Menschlichkeit.

Ist dein Ego das Größte am Horizont und das letzte in den Gedanken der Nacht. Ist dein Leben ein Absolut im Umgang mit dir Selbst und deine Interpretation ist dein Kissen, dass keine andere Umgebung als dein Bett erlaubt. Und stolz fäst du dich an die Brust, siehst du hinaus und lässt all deinen Trieben in Gedanken freien lauf und mit Seuche verbringst du die nächsten Stunden und mit Angst und Wut um deine Trägheit. Und keine Sekunde lässt du dich aus dem Blick, alles um dich geschieht wegen dir. Keine Sekunde lässt du die Striche anderer aus dem Blick und denkst, alles um dich herum geschieht wegen dir.

Verlasse den Ort der Toxine. Verlasse das Ufer der kleinen Insel. Nimm die Hölzer, an den Strand gespült, und verfasse dir deinen Weg in die Weiten des Ozeans. Und ist es die Weite und die Endlichkeit, die keine Wertung mehr in deinem Ego übrig lässt. Ist es das Handeln, und die Handlungsmacht, die kein Platz für dein Ego übrig lässt. Ist es ein Hauch von Lebendigkeit, der dir mit den Wogen und Briesen entgegen stößt und ist es dein Eigen, das sich selbst erstärkt und die geschwollene Brust am Bugesrand zeugt nicht mehr von falschem Stolz. Sie zeugt von der Stärke, die es braucht um das Bot zu halten. Sie zeugt von der Festigkeit ohne Gedanken. Sie zeugt von dem Sein im Leben, mit beiden Beinen, kein Fenster mehr durch das du blickst.

Der gläserne Vorhang verdeckte den Wind. Er verdeckte den Regen, prasselnd und stürmend. Er filterte die Sonne, ließ sie ohne Luft und Eigen auf das trockene Gesicht treffen. Er nahm die Gerüche. Er nahm die Essenz.

Durch Gedanken versuchte sich die Außenwelt vorzustellen, doch wie könnte es, wenn der Weg versperrt war.

Gib der Welt um dich herum die Freiheit und die Freiheit kommt zu dir.

Lass mich doch endlich springen.

Es sind Sprünge. Sprünge um Sprünge um Sprünge um Sprünge.

Eine Ansammlung von ihnen. Jeder Schritt ist in sich vollkommen. Ist in sich einzigartig. So sollte es sein und ich denke das ist mein Wunsch. Die Worte dringen aus meinem Herzen an mich heran.

Ich bin doch nur ein Versuch des Lebens, in den Tiefen zu atmen und den Rücken zu strecken. In der Finsternis ins Licht zu sehen und nicht zu erblinden ohne den Schutz des kühlenden Schattens.

Zwischen den Bäumen, die der Wind bewegt. Die nicht mehr nur flüstern, sondern rufen durch die Stille. Wie sie rasseln mit den Ketten die ich ihnen zeige. Wie sie sich um sie winden und mit ihnen spielen. Die Fesseln meiner Seele.

Will ich jeden Tag springen. Will endlich die Kraft spüren zu springen. „Willst du so dein Leben leben?“ Ich will endlich mein Leben leben. Nicht mehr verblendet werden, nicht den Sehnsüchten anderer Menschen folgen. Weiß ich so wenig von meinen eigenen. Haben sich so sehr mit denen anderer verworren, nur wage scheinen sie in anderem Licht.

Ich stehe zwischen den Stühlen. Ich stehe zwischen allem. Will ich sein und nicht nur blicken, will ich atmen nicht nur schlucken, ich will brennen vor Würde in meinem Eigen selbst geschaffen voller Tiefe, voll mit Glut und aller Ehre.

Ich kann doch nicht mehr nur die Hülle sein. Kann keinen Tag länger nur die Hülle sein. Vermisse das Wesen, dass ich nie zu Gesicht bekam. Ich vermisse den Seegen, den ich nie zu spüren bekam. Das Glück mein Eigen zu sein. Das Glück mich heraus zu winden aus den Festen dieser Welt, alle so Fremd um mich erscheinend, so fremd von all dem Wirklichen. Zuordnen kann ich mich nicht, den Schmerz könnte ich nicht halten.

Sehe ich am Horizont einen Schimmer von Tiefsinn, sehe ich die Strahlen aus meiner Brust. Spüre ich die Angst in meiner Seele und die Schnur um meine Kehle.

Ich will springen, will springen, will springen, will springen.

Bring me some beer, baby.

Weil das genau das ist, was ich will. Bin nicht verlangend nach Geschmäckern trüber Brausen, überspitzer Coctails, will keine Farben hell und schrill, bitte keine überhecktischen Blasen.

Lad mich auf einen Wein ein und wir verbringen Stunden in Tiefgründigkeit. Der Körper getrieben von Melancholie und spüren wie der Himmel über unseren Köpfen das Innere öffnet.

Will jeden Schluck des Lebens lieben, mit geteilten Lachen genießen und im Schein vergehender Lichter den Eintritt in die Dunkelheit zelebrieren.

Ich will kein Leben gehofft haben zu leben, keinen Spaß in Gedanken genossen haben, will die Sprünge mir nicht erdacht und die Sätze mir nicht verschluckt haben.

Will mir die Finger an feuchtem Holz verbrennen und den Liedern verschiedenster Leben lauschen, will die Ketten hinter ihren Augen erkennen und die Wünsche nach Freiheit von Lippen küssen.

Will das Bedürfnis erfahren gelebt zu haben und in tiefen Gewässern getaucht zu sein, will die Sonne von allen Winkeln erfahren und den Regen in meiner Seele zum tiefen Meer werden lassen.

Ich will mit den Nächten beginnen und den Tag begrüßen, ich will die Sahne nicht, ich will den Boden des Kuchens, ich will die Augen im Antlitz der Finsternis öffnen und mich nicht mehr vor dunklen Seiten verbergen. Habe den Drang nach dem Lauf in unendliche Höhen, will mir keine Bilder von schlechten Horizonten einsprechen lassen, will keinen Menschen mit erdachten Schranken glauben und mir meine eigene Wahrheit und Wirklichkeit öffnen.

Denn unter diesen Umständen macht sich das Leben nicht leicht, ohne die Freiheit wird mir meine Seele gebrochen. Ohne die Liebe in mir komme ich nicht weit und bin zu lange schon unter meiner Würde gekrochen.

Habe den aufrechten Gang in meiner Natur, werde mich nicht mehr beugen vor eigenen, noch fremden Gefühlen. 

Ist die Dunkelheit mein Ausdruck, lebe ich sie voll und durch sie hindurch. Zeigt sich die Sonne in mir, lasse ich keine Blockaden die dämpfen.

Also stoß mit mir an oder tritt gerne beiseite, weil ich werde gehen durch meine Welt. 

„mein Herz schreit“

Nach jahrelanger Auseinandersetzung mit dem im Wesen selbigen Thema, ist es noch immer eine Schwierigkeit sich auf die offensichtliche Antwort zu konzentrieren.

Ist das Wesen des Geistes dem eigenen entsprechend. Somit vom Eigenen errichtet und fortlaufend kreiert und inspiriert.

Zu unterscheiden, was sich in der Wirklichkeit und was sich in der Vorstellung bewegt und wie sich die Dinge in der Welt verhalten, ist zunehmen ein komplizierter Betrachtungspunkt.

Ich arbeite an diesem Betrachtungspunkt und komme doch wiederholt und beinahe regelmäßig vom Eigenen ab. Dem liegt die Schwierigkeit zugrunde, dass das Eigene nicht klar zu sein scheint. Zumindest mir selbst nicht.

Nachdem nun Tage der blassen Gefühle und erdrückenden Empfindungen vergangen sind, bin ich mal wieder an dem Punkt, wo mir die Antwort so schlüssig erscheint. Die Antwort liegt in dem Wesen des Menschen selbst. In mir selbst. Gedanken und Vorstellungen sind Teile davon, doch, speziell wenn sie sich um ein Sein drehen, welchem dem der Gegenwart so fern liegt, beinahe parallel liegt(!). In diesem Zustand werden keine Lösungen gefunden, das hungernde Herz zu stillen. Nicht in der Gegenwart und nicht in der Vorstellung von vermeintlichen oder realen Wünschen. Vielmehr wird keiner dieser Dinge gelebt und dies bedeckt den Punkt, der sich Leben nennt. Würde ich sagen. Ein anderer Mensch mag mir widersprechen.

Um wieder zur Ruhe zu kommen, ist der Weg zum absoluten Eigenen der Pfad. Diesem liegt die Empfindung der Vollendung zugrunde und nur dieser ist der erlösende Partner des Lebens.

Und was es ist und wie sich dieses gestaltet, hat in keinem Menschen ein Urteil auszulösen.

Konzentration liegt auf dem Eigenen. Auf jenem, das gefüttert werden will mit Inspiration, mit Taten und Gefühlen. Es seufzt in der melancholischen Empfindung, findet sich in Zuständen des Moment-Lebens und strahlt an seltenen Tagen durch die Haut hindurch. Es ist das Allumfassende und Ehrliche. Es ist jenes, was sich Liebe nennt.

Morgen in erschöpften Gedanken

Zweifel. Ein Wesen in Kopf. Herumspukend, Gedanken sich zusammen suchend. Sie findend. Jedes mal. Und es wirft aus der Bahn. Aus dem Alltag und kreiert ein Bild, so verschwommen und trotzdem im vollsten so begehrenswert. Warum ist es, dass ein Mensch sich fürchtet vor der Routine? Dass jedweder Weg als ein Ausweg erscheint und das verblendet wird, was erklommen und wertgeschätzt wurde? Warum ist es, dass diese Spiele im Kopf so verlocken. So verlocken zum Aufbruch. Zu dem Anderen.

Ich habe die Antwort nicht. Es ist ein Gedanke, weiter nichts.

Doch eines will ich sagen: sind es Wünsche, kann ein jeder erfüllt werden. Mit Treue dem Selbst gegenüber. Mit dem niederreißen von kreierten Geistesschranken. Die Freiheit findet sich im Selbst und im Eigenen. Suche und finde sie dort. Und die Welt um dich herum wird sich ändern.

Mit all den Abgründen und klaren Momenten dazwischen.

Die Freiheit, die gesucht wird, findet ein Mensch nur in sich selbst.

Angst und Neid und Vorstellungen, auch Aggressivität und ein Unverständnis in die eigene Reihe wirken neben der Suche wie ein permanenter Begleiter.

Sind es doch genau diese Gefühle die einen Menschen davor stoppen, bestimmte Wege zu gehen. Bestimmte Wege gehen zu können.

Lange Zeit suchte ich in den äußeren Umständen nach dem Grund für meine eigene Unzufriedenheit. Auch eine Unzufriedenheit über mich im großen Maße. Die Verantwortung für den gefühlten Käfig sah und sehe ich noch zu manchen Momenten in den Handlungen, die mich einzuschränken scheinen. Die Handlungen von anderen Menschen. Von Umständen, von Vergangenheit. Von eigener Schwäche.

Diese Dinge, um alles bei einem Wort zu nennen, sind jedoch nicht der Grund des gezwängten Gefühls. Nach einer Weile wird klar, dass das Entlassen auf ihnen, das Gefühl zu ersticken nur verstärken.

Sich aufzurichten und bestimmten Schrittes zu gehen, tut sich schwerer mit gebücktem und steifen Nacken nach Jahren der Unbeweglichkeit. Und der Versuch sich in allem zu entlasten, bewirkt Unbeweglichkeit.

Doch auch der Körper lässt sich wieder richten. Und ist für einen Menschen die Stärke und Kraft des Körpers von Nöten, so ist der Weg einem klar. Sind es an manchen Tagen die Schritte nach außen. Das Heben des Kopfes. Ein Sprung, zu Beginn im Schatten anderer Augen, später gewagt neben bekannten Menschen.

Der Wunsch nach dem schnellen Weg ist präsent. Kennt eine Mensch die Theorie, so sagt man, kann ein Mensch die Praxis folgend machen. Doch einem natürlichen Wesen ist diese Schnelligkeit nicht inhärent. Selbst in Gefühlen der Rastlosigkeit, ist es nicht der schnelle Weg der gewünscht wird. Ist es nicht der schnelle Weg der überhaupt offen steht.

Willst du deinen Körper strecken und tust dies schnell, weil du weißt, dass einem Körper bestimmte Bewegungen möglich sind, gesehen oder gehört, in Wissen erforscht. In jedweder Weise erfahren. Tut man dies nach lebenslanger Unbeweglichkeit wird der Körper brechen. Bänder werden reißen, Muskeln sich verzerren. Erschrocken von der Unsanft sich selbst gegenüber, schockiert von dem mangelnden Vermögen sich selbst zu kennen. Und die Regeneration wird Tage und Wochen und Monate und vielleicht Jahre ins Land ziehen lassen. Bevor man sich an den neuen Sprung wagt, wird auch die Angst davor heilen müssen und ohne es geplant zu haben, ja mit einer gar gegensätzlichen Intension, brach man sich selbst den Glauben an das Schaffen.

Ich möchte hier verdeutlichen, dass das Finden der Freiheit auch so nicht funktioniert. Was ich damit nicht meine: in jedwede Richtung zu denken und die Taten tot zu grübeln, aus Angst man überschätzt sich selbst. In welchem Leben man ist, dass liegt einem jeden selbst in der Hand.

Und wird hier nicht besprochen, wie es ist gesund und munter aus einem fest gefahrenem Leben auszutreten. Hat man diese Vorstellung, so verabschiede man sich sogleich davon.

Ist es auch nicht der Körper, welcher im Mittelpunkt steht, obgleich die Metapher dorthin deutete. Ist es die Seele und ihre Flügel welche meine Aufmerksamkeit erhalten.

 

Ist man manchen Menschen begegnet ist das Auge und seine Tiefe der beste Spiegel um in die Seele zu blicken. Ist es ein bekannter Spruch, so ist es nicht ein falscher. Und in manchen sieht man Tiefe und Weite, die für sich selbst gewünscht ist. Die vielleicht sehnlichst vermisst wird, obgleich vielleicht nie erlebt doch in dem vollkommen Wissen, dass sie dem Eigenen inhärent ist. Und es verleitet schnell, diese Augen des Fremden zu seinem Eigen zu machen. Und Wege die man kennt um solches zu vollenden, zu beschreiten.

Und verleitet wird man hier Wege zu gehen, die man selbst nicht kennt. Nicht weil sie abenteuerlich und neu sind. Doch weil sie ihrem eigenen Weg nicht inhärent waren. Und man versuchte etwas zu kopieren. Und am Ende wird man stehen auf beiden Füßen, das Ufer nie erreicht haben. Erschüttert von der Erkenntnis, das dies nicht war, was ein Mensch gesucht.

 

So möchte ich zurück leiten zu dem Beginn des Gedankens.

Ist es der Zustand in einem Menschen, dass sich das Gefühl ausbreitet, in seinem Körper und seiner Seele beherrscht zu werden, kann dies ein Schmerz sein, der keine Worte kennt. Kann man sich nur manch einem Menschen mit diesem Gefühl offenbaren und Erfahrungen teilen. Einem Menschen, der dies nie erlebte, wird der Weg zu der Tiefe des Gedankens nie zugänglich sein.

Und interessant ist: obgleich ich persönlich glaube, dass in einem jeden Wesen dieser Wunsch und dieses Innere existiert, ist es mir klar geworden, dass nicht ein jeder das Ziel hat danach zu suchen. Allein nach dem Wunsch zu suchen. Und es ist nicht in der Aufgabe eines jeden Menschen dies zu beschreiten. So wende ich mich an jene, die den Worten folgen können.

(In Ergänzung: Ist es vielleicht einer Dankbarkeit verpflichtet, dass nicht jeder Mensch diesen Wunsch in sich spürt. Wäre die Welt um so vieles ungeordneter und würde vielleicht an vielen Enden und Angefangen brennen. Und das in Ausmaßen, die nun noch lange nicht sind. Obgleich es in so vielem befreien würde. Doch die Zeit die es braucht und die Masse der Energien die auf dem Weg des Lernens frei gesetzt werden können, werden mächtig sein. Je näher man sich an die Flammen in sich wendet und doch den Umgang mit ihnen noch nicht beherrscht. Werden zumindest Tränen fließen. Wenn nicht Blut.)

Die Schilderungen sind von jedem Menschen abzuwandeln. Ist es nicht in der Aufgabe ein universales Bild zu errichten, bin ich lediglich ein Mensch, der lediglich die Dinge sah und erfuhr, die meinen Weg kreuzten. Von dem anderer Menschen habe ich nur wage Vorstellungen, wenn auch, durch ausgeweitete Spannweiten in mir selbst, manch eine gute.

Ist es der Drang sich selbst frei zu treten, ist wohl der erste Schritt, sich nicht wahrhaftig frei zu treten. Denn diese körperliche Handlung wird in Umfeldern ausgeführt, die vertrau sind. Sanktionierende Gesellschaften gestatten es nur selten, eine solche Handlung in der Sichtbarkeit anderer Augen auszuführen. Doch gerade in diesem Vertrauten leben Menschen die zuweilen bereit waren, das Herz zu geben. Und denen man selbst zu weilen bereit war, das Herz zu geben. Und wie ich oben den eigenen brechenden Körper erwähnte, so wird es hier der eines anderen sein. Und der Schall davon wird zurück kehren und sich in einer Form fest beißen, dessen Beschreibung ich mir nicht zutraue.

Die Aufmerksamkeit geht nur langsam von den ablenkenden äußeren Gegebenheiten und speziell von Menschen in nahem Umfeld auf sich selbst zurück. Diese Aufmerksamkeit wird verlangt. Warum man sich von dem Gedanken verabschieden muss, die Verantwortung für seine Gefühle in die Hände anderer zu legen. Eine Frage die auch in der Sache selbst klar zu sein scheint. Denn eines muss man sich deutlich machen: sind es nicht wirkliche Käfige um den menschlichen Körper, die ihn binden. Denn zu diesem Fall kann ich mich nicht äußern und niemals würde ich es wagen hier zu sprechen und mir anzumaßen Wissen darüber bekunden zu können.

Doch dem Käfig in der Seele bin ich vertraut. Der Auseinandersetzung mit sich selbst bin ich vertraut. Den Abgründen, die so oft vor mir aufleuchteten, bin ich sehr vertraut. Ich habe das Wissen darüber, dass sie existieren, wenn auch ich nicht in das Bewusstsein der Situation zurück kehren kann, wenn ich diesen gegenüber stand. Ich habe das Wissen darüber, die Tage auszuharren, wenn die Ängste und Verzweiflungen sich mit dem Inneren fetzen. Kenne das Gefühl sehr gut, machtlos sich selbst gegenüber zu sein. Sich selbst ausgesetzt zu sein. Kenne das Gefühl sehr gut, über Wochen auf dünnem Balken zu stehen und keine Gewissheit zu haben, ob ich jemals den festen Boden erreiche. Gelegentlich den Fall ins Tiefe auszuhalten und nicht auch meinen Körper aufschlagen zu lassen. Ich kenne die Wut und die Enttäuschung. Ich kenne viele Facetten der Angst, die im Inneren sich ausbreiten können. Ich kenne ihre Auswirkungen auf den Körper. Kenne das magere Gesicht im Spiegel. Die ausdruckslosen Augen, wie die wirren. Das Rinnsal an Rotem über die Haut.

Und ich kenne den Versuch die Verantwortung von mir abzuwenden und sie anderen Dingen aufbürden zu wollen. Und dabei ist es nicht der unüberlegte Gedanke, man selbst wäre es nicht. Doch die Angst und der Stolz sich nicht alles selbst anzusetzen. Die Angst vor der Verzweiflung und der Stolz, der sich über die eigentliche Kraft bewusst ist und die Handlungen nicht versteht.

Und manch ein Mensch ist so tief in seiner Liebe, diese Schwere des Gefühls mit leichten Fingern entgegen zu nehmen und zu wiegen, bis sie sich wohlig fühlt und geborgen.

Und wichtig ist, dass dies nichts verwerfliches ist. Es ist kein Zeuge der Schwäche. Obgleich die Reaktion meiner Selbst oft zu diesen Gedanken verleiten ließ. Doch was es reflektiert ist nicht das eigene, es ist die Reflexion des Besitzers dieser Hände. Es kann dir Wissen über diesen Menschen geben, es kann Vertrauen aufbauen, es kann Vertrauen vertiefen, es kann Vertrauen köstlich machen. Doch mit der Ausgangssituation hat es nichts zu tun. Begab man sich zwar in diese Hände, muss man sich nicht davor fürchten, dass man nun zu schwach zum kämpfen wurde und die Geborgenheit und Wärme den sonnst so schweren Weg in Watte gepackt hätte. Denn der Wünsch ist inhärent, wie vorher beschrieben. Und er wird sich zeigen und nicht ruhen. Und wenn man anfangs auszuweichen versucht und verzweifelt, ist dies eine Etappe die gegangen wird. Gerade weil man sich der Schwere des Weges bewusst ist. Doch der Drang ihn dennoch zu beschreiten nicht verblasst.

Und die Suche in sich selbst ist wohl das interessanteste darin. Und an dieser Stelle werde ich nicht mehr von Verantwortung sprechen. Nachdem man sich nämlich los gelöst hat von der Vorstellung, dass Äußeres zu sehr beeinflusst oder einschränkt, ist es nicht mehr eine Bürde die vor einem liegt. Das Gewicht verteilt sich. In ein nicht zu beschriebenes Gefühl. Ein Gefühl was in manch einem Menschen zu manch einer Zeit unverhofft zu Vorschein tritt. Nur wenige Momente lang, legt sich ein Schleier und die Vollendung des Eigenen erfüllt das ganze Sein. Ein Einblick in einen Zustand, der vielleicht das Ziel des ganzen bedeutet. Und welcher die Seele mit Sehnsucht beschüttet, zugleich in Verzweiflung führen kann und zu Dankbarkeit rührt.

 

An manch einem Tag ist es nicht möglich auch nur eine Handlung zu tun, und das Gefühl zu haben, man entscheide sich frei dafür. Nicht einmal die Worte die aus dem eigenen Mund kommen, geben das Gefühl, als wäre man sich selbst. Sie sind befremdlich. Und zuweilen hasst man die eigene Stimme und wünschte alle Fähigkeit des Sprechens würde vergehen, damit die Enttäuschung nicht mehr kommen kann über das eigene Wort.

Und solche Tage empfinden sich, als würde dieser Zustand nie enden. Der Zustand in dem man sich sich selbst so fremd fühlt. Und man vor allem alleine sein möchte, um der eigenen Reflexion zu entgehen. Ihr auszuweichen.

Mit der Zeit kommen Tage auf, an denen es wieder leichter wird zu sein. Eine Stärke breitet sich im Körper aus und Bewusstsein breitet sich aus. Und so schnell dies wieder vergehen kann, war man einen Moment in einen anderen Zustand getreten, der sich wie ein Schritt weiter empfand. Doch nicht konstant war. Nicht haltbar.

 

Der Wechsel des Gefühls von der Verzweiflung über sich selbst zu einem zuvor nicht gekannten ist unbewusst. Es fällt nicht schlagartig auf. Zumindest war dies bei mir nicht der Fall. Doch der Auslöser ist nach einiger Beobachtung zu identifizieren.

Es ist keine Stimme mehr im Kopf, die sagt:“ Du musst tun, was du sehnlichst willst, sonnst gehst du ein und verdorrst.“

Die Stimme, die ungemeinen Druck ausübt. Einen Druck den man über sich selbst ausübt. Mit den Wunsch vor Augen, was man will und der Umgebung die dies scheinbar nicht gestattet. Ein Wunsch der oft mit Emotionen, mit Angst oder Enttäuschung, auch oft mit Wut an die Oberfläche tritt und sich dem Menschen selbst und seiner Umgebung zeigt.

Ein springendes, zitterndes Bewusstsein. Jede Gelegenheit ergreifend und so viele Worte und Taten von außen als Angriff auf die eigene Freiheit empfindend. Die Kraft aufzustehen, immer wieder verspielend in diesen Momenten der vollkommenen Energiefreisetzung. Sie ist ein stetiger Begleiter auf dem Weg. Doch richtet man sich in die Nähe einer neuen Phase, dimd es ab.

Und die Energie, die sonnst so präsent war, die man trotz der Ausbrüche trotzdem liebte, weil sie die Kraft zeigt, die in einem ruht. Sie geht nicht verloren. Sie weitet sich aus. In jede Zelle des Seins, noch unklar in welchen Ausmaßen, doch bedeutend stärker als zuvor. Nicht mehr springend und zerstörend und Unzufriedenheit ausdrückend. Sondern beruhigter und stärker und bewusster.

Die dauernden Entschuldigungen lassen nach. Das permanente Rechtfertigen sich selbst und anderen Menschen gegenüber findet keinen Platz mehr in den Gedanken. Scheint nicht mehr von Nöten zu sein. Zugleich weitet sich das Feld der Möglichkeiten. Man wird anderen Verständlicher, weil man nicht mehr ausweicht mit den unkontrollierten Emotionen und seine Worte verwirrt und im Unterdrückten sich nicht traut zu sprechen was gemeint ist. Man wird sich selbst verständlicher, weil man seine Worte nicht mehr verwirrt und sich traut zu sprechen was gemeint ist. Und sich Wege öffnen.

Das Gefühl eine neue Phase beschritten zu haben, wird untergründig klarer. Durch bisherige Erfahrungen ist man sich bewusst, gelegentlich ein früheres Gesicht vor sich zu sehen. Doch mehr Ruhe kehrt ein. Und Gelassenheit. Und Stärke, die nun zum ersten mal für Taten für sich selbst genutzt werden kann.

 

Der Weg in solchen Auseinandersetzungen mit sich selbst wird immer lang bleiben. Die Vollendung, wohl nicht absehbar. Doch ist dies nicht das Ziel. Das Ziel ist der Weg und der Weg leitet dich zu dir selbst. Und was du willst, ist diese Zeit.

Mit all den Abgründen und klaren Momenten dazwischen.

 

 

 

 

 

Ein Gedankenexperiment.

Stelle ich mich hinten an, oder kann ich der Situation Herr werden?

Meine Erfahrungen in meiner derzeitigen Lage sind nicht sehr groß. Die Befassung mit mir selbst ist in den vergangen Jahren ein essentieller Bestandteil meines Lebens geworden. Reflektierter Umgang mit meinem Verhalten, mit meinen Gedanken, mit Reaktionen anderer Menschen auf mich, mit meinen Reaktionen auf sie. Wie kann ich mich in einer Gesellschaft einbetten und wie kann ich mir ein Leben erschaffen, welches all jene Komponenten enthält ohne denen ich definitiv nicht ich bin. Ich kann mir meine Flügel nicht stutzen lassen, weder von anderen menschen, noch von mir selbst. Der Grad dazwischen ist sehr schmal, wenn man betrachtet, wie oft man andere Menschen für eigene Schwierigkeiten verantwortlichen machen kann.

Nur ist dies nicht mein Ziel und so soll es auch nicht sein. Also was ist mein Ziel und was soll sein? Was ist denn elementar für mich?

Eigenverantwortliches Funktionieren. Treue mich selbst gegenüber. Umfasst das horchen auf Gefühl und auf Verstand.

Eigenverantwortliches Funktionieren. Menschen Menschen sein lassen. Doch nicht minder von anderen dir gegenüber erwarten! Menschen müssen mich Mensch sein lassen. Denn in erster Linie, und bevor irgend etwas anders kommt, sehe ich mich als Mensch auf einer Welt. Meine alltägliche Auseinandersetzung über sämtliche Grenzen des für andere Menschen alltägliche bringt mich in eine Situation, in der ich mich nicht mehr als Bürger eines Landes bezeichnen kann. In früheren Zeiten würde man für mein angesammeltes Gedankengut und meine Neugierde wohl gehängt werden. Als potentieller Unruhestifter und Verunreinigen der Volksgedanken. Interessant ist nur, ich bin recht ruhig in meinem Da-Sein. Geht mit meiner grundsätzlichen „ich-will-Mensch-erstmal-verstehen-bevor-ich-gegen-ihn-baller“-Einstellung einher. Von der ich auch regelmäßig angeruckt bin. Weil es nämlich dadurch eben nicht einfach ist groß zu handeln.

Eigenverantwortliches Funktionieren. Meine Priorität der Freiheit. Dass ich diese habe, kann ich niemandem leugnen. In welchen Ausmaßen sie existiert weiß ich noch nicht. Dass ich sie fortwährend und immerdar spüre – ganz sicher! Das ich im Alltag damit in regelmäßige knifflige Situationen komme – nicht falsch. Leider. Gerade im Verhalten um Menschen mir nahestehenden ist es keine einfache Kombination. Jedoch komme ich an dieser stelle immer besser hinter die eingekerbten Eckdaten. Ich projektiere gerne mal eigene Probleme auf die Schultern anderer. Warum genau, weiß ich nicht. Bin ich noch nicht hinter gekommen. Auch wenn ich mich grundsätzlich von den Angewohnheiten und dem Alltäglichen der Gesellschaft abgrenzen möchte, ist das in manchen Bereichen nicht einfach. Bin ich auch ein mensch. Brauche ich auch Menschen um mich. Und sehr gerne habe ich viele verschiedene Menschen um mich. Und sehr gerne fühle ich mich lebendig.

Hierzu muss ich noch mehr schreiben. Was noch… – Ich ducke mich einem Menschen gegenüber, wenn ich das Gefühl habe eine gewisse Verantwortung zu besitzen. Verantwortung geht jedoch mit Beziehungen einher, und ein permanentes Ducken macht ein steifes Genick und lässt keine Chagrin fließen. Jedoch müssen sie fließen. Also was tun. Sinnvoll und logisch wäre es, sich nicht mehr zu ducken. Zumal dieser Mensch es auch nicht von mir verlangt! Es ist eine Eigeninitiative die ich da ergreife. Und während ich dadurch versuche ihm sein Leben recht zu machen, mache ich ihn auch dafür verantwortlich, dass ich mich ducke. Mit Ducken geht leider auch noch mehr einher. Zum einen die Angst mich zu vernachlässigen. Und das nicht zu kurz. Wenn man dem Ursprung folgt, ist es jedoch immer noch ich, die das auslöst. Ich muss mich ja nicht ducken. Wird gar nicht von mir verlangt. Eher das Gegenteil. Und das Gegenteil verlange ich auch von mir. Also wo ist das Problem?

Sollte man meinen.

Nehmen wir in diesem Experiment, worum es sich eindeutig handelt, mal an, dass ich mich nicht mehr ducke. Zum einen könnte man dadurch meinen, ich würde aufhören es dem Menschen recht machen zu wollen. Aber der letzte Schluss revidiert das ja, dementsprechend wäre das Problemchen behoben. Er will nicht dass ich mich ducke. Ich will es nicht. Und ist das Ducken wirklich der einzige Weg es einem Menschen recht zu machen? Ich glaube kaum! Menschen lieben Menschen, weil Menschen Menschen sind. Menschen haben das größte Potential sich individuell zu entfalten. Dementsprechend ist es der Sache inhärent, ein Dagegen-Arbeiten wäre unratsam – zumal unnatürlich und dementsprechend auf langem Wege giftig. Also lass und das doch nicht tun.

Auf engem Raum zu eben, heißt in großem Maße seine Energie so zu nutzen wie es sich natürlich empfindet. Also wie empfindet es sich natürlich? Kann man nur in dem Moment sagen. Abhängigkeit spricht gegen eigenverantwortliches Funktionieren. Wir haben bereits festgestellt, dass mir das wichtig ist. Dementsprechend sollte das nicht aufkommen. Mensch ist jedoch immer noch Mensch und Menschen brauchen und lieben Menschen. Ist das eine Abhängigkeit? Sollte man wohl meinen. Aber nicht im gleichen Maße, oder? Und wenn doch mit dem gleichen Wort betitelt, dann doch in anderen Bedeutungen arbeitend. Richtig? Warum. Weil ich sehr gerne mit dem Menschen bin. Weil ich viel von ihm lernen kann. Viel auch über mich lernen kann. Nur unterbuttern darf ich mich selbst nicht. Denn da wären wir wieder beim Gift. Beim Selbst erzeugten. Schon tragisch, was du hier schreibst. Aber deine Gedanken sind darauf nicht schon seit gestern gepolt, also scheint es so wichtig zu sein, dass da dieser Knoten gelöst werden muss und möchte.

Eine Welt in der ich lieben kann. Mich selbst und diesem Menschen ohne Angst, ohne Zwänge, ohne Verdrehungen der Realität. Das ist keine Utopie. Ich weiß, ich bin sehr gut darin Knoten zu lösen. Und offenbar ist nun dieser an der Reihe.

Wollen wir mal: Obwohl ich auch nicht sehr viel mehr dazu schreiben kann, als: Sei du selbst. Fühlt es sich anders an, mach ein Experiment daraus. Sprich es an, sprich es ruhig laut aus, damit hast du eh kein Problem. Gehe den Gedanken durch, warum es für dich sich nicht richtig anfühlt und wenn jemand Fragen stellt, überdenke diese und antworte ihnen treu aus dir heraus. Menschen sind Menschen. Und Menschen dürfen manchmal noch an solchen Dingen arbeiten. Der ultimative Vorteil ist – Egal welche Entscheidung du triffst, du legst sie ein bisschen auf eine Waagschale. Und das machst du ja eh! Aber durch dein Versuch das zu verdrängen und es eben nicht zu machen, verunstaltest du das Natürliche. Wenn es dir bisher so inhärent war, dass ist es vielleicht einfach genau das! Inhärent dir gegenüber. Also lass uns doch treuer damit umgehen und aufhören Realitäten zu manipulieren. Dann kannst du auch freier sprechen, weil du es ja bearbeiten kannst, während du sprichst. Und Menschen müssen damit leben. Es ist dein Ding und alles Recht hast du dazu.

What else? Ich glaube das passt erstmal so. Ein stepp nach dem anderen. Und in diesem ist schon sehr viel enthalten! Weil du nämlich recht frei darin sein kannst. Und wenn es um Dinge geht wo du dir einfach einen super komplizierten Weg gestaltest, lass und die unverfälschte Weise nehmen und ein bisschen Waagschalenarbeit unternehmen. Der Wert und das Gewicht der Dinge sind ja immer individuell zu nehmen. Dadurch muss ich keinen krank machenden Vergleich anstellen, sondern kann freu arbeiten.

Let’s do it.

Und bis dahin.

Sind es Tage gewesen, werden es noch Stunden sein

Ich sehne mich nach mir.

Mein ganzer Körper geht in dem Gefühl unter. Keine Sekunde werde ich alleine gelassen, von diesem tief sitzenden Gefühl.

Es nicht fassen kann ich und nicht halten, kriecht es leise an die Oberfläche. Spüren werde ich, jedes Mal wenn ich gefangen werde von der Wucht der Enttäuschung, von der Wucht des Unvollständigen.

Unvollständig. Wenn ich zuvor das Wort kannte, so war mir dessen Wirkung nie bewusst gewesen. Es ist nicht ein simples Fehlen bestimmter Züge. Es ist das tiefe und purste Vermissen in einem Strudel von eigener Einsamkeit.

Die Wärme eines Menschen ist Halt bringend. Vergessend. Die Liebe. So bedingungslos. Doch ist mir meine eigene so fremd geworden. Unter Beobachtung. Und Bewertung. Und Zweifel und Enttäuschung ist die Selbstperspektive gefangen. Will ich nicht sagen ich empfinde mich fremd in mir, klingt es kalt und schrecklich in meinen Ohren, kann ich keines dieser Dinge leugnen.

Ich fühle mich fremd in mir. So fremd wie mir nie ein Mensch erschien. Verstehe nicht meine Taten, wirkt mein Empfinden in mich und ich verstehe die Dinge nicht die passieren in und um und mit mir. Und bin ich beobachtend, bin ich immer noch ich und stecke dort fest. Und verstehe die Dinge nicht die ich tue. Verstehe die Worte nicht die ich sage. Sitze fest in Gedanken um mich selbst. Sitze fest in tiefster Selbstwahrnehmung und gefangen in Bildern, dessen Farben ich nicht sein will. Und ich kämpfe dagegen an, sie zu sein. Und jeden Tag bin ich sie. Und keine Identifikation ist in ihnen. Die ich teilen könnte.

Ich fühle mich so fremd von mir. Spüre eine Instanz die meinen Körper einnimmt. Eine Instanz die mir noch so fremd ist, doch die ich sehnlichst will. Mit all meinen Sinnen die ich mir entbehren kann. Mit all meinem Sein. Und ich bin sie nicht. Und zugleich bin ich.

Und so viel Facetten hat das Spiel. Kann mich brechen. Kann mich an dünnen Seilen halten. Und so lebe ich den langen Tag. Denn aufgeben kann ich nicht. Und die Phasen leben muss ich. Und mich selbst leben muss ich. Es ist nicht logisch aufzugeben, selbst wenn die Schwere und das Zittern meine Brust umklammert. Sich an mir fest beißt. Blut hinterlässt. Und Narben.

Es ist die Dauer die mich ausmerzt. Die Momentlosigkeit. Dass ich mich oben halten muss. Konzentrieren. Anstrengen mit mir selbst zu leben, und kommen Stimmen von außen und sprechen so einfach sollte es sein und ich nehme sie und verstehe sie, doch fühlen kann ich sie nicht. Schweigend kann ich es nicht machen.

Und von niemandem könnte ich das hören und würde es glauben. Und so sehr wie ich es nicht glauben will, lebe ich es.

 

Es ist so alltäglich geworden, ich kenne mich in anderen Gefühlen kaum noch. Das Zittern ist so alltäglich geworden, es gibt nur heilende Situationen und verschlimmernde. Und werden die Dinge nicht von außen an mich heran getragen, sie kommen von innen. Und das ist das Schreckensvolle und mich in Angst geleitende. Bin ich es die dort ist. Und ich bin an der Oberfläche, doch mag mich nicht leiden. Will ich so nicht sein, ich will dem so fremd sein.

Die Stärke und der Stolz in mir verstehen mich nicht. Sind dort Dinge, die ich sein will, weil ich es fühle. Weil ich weiß, ich bin es bereits. Doch spiele ich in dem Theaterstück. Und hoffe, es handelt nicht mein ganzes Leben. Hoffe es endet bald, und lässt mich den kühlen Dampf der Gassen, die Kälte der Nacht einatmen hinter dem Hallen der Spielhalle.

Und das leiser werdende Geräusch von Stimmen, die abschätzenden Worte und der Beifall dringen nur noch aus der Ferne an mich heran. So gut habe ich gespielt und so gut bin ich diese Person gewesen. Jeder hat geglaubt was er sieht. So gut bin ich gewesen.

Und schlägt die Türe hinter mir zu. Ist es die Stille die mich umfasst. Und verklingen die Laute von dem Stück. Bin ich alleine. Die Stärke erfüllt mich. Und die Blässe des schwarzen Himmels ist wie ein mir zurück gekehrter Freund.

Alles was du siehst.

Wände. Horizonte. Interpretationen. Vorgelebte Denkmuster.

Manifestierte Denkmuster.

Mehr als mehrmals schon durfte ich feststellen wie faszinierend Menschen sind. Gibt es doch so vieles Wissenswertes und unglaubliches auf diesem Planeten und über ihn hinaus. Ist es doch der Mensch, so unverständlich er handelt und doch so klar und sinnvoll in ihm selbst.

Menschen zu beobachten kann das Friedlichste sein. Wenn man sich von Gesamtem, und Getanem distanziert. Lediglich beobachtet. Mäuschen spielt in Konversationen. Gesichter beobachtet. Gestiken. Die Momente aufzeichnen kann, die selbst der Gegenspieler nicht sieht. Durch einen blick zur Seite. Durch ein Gefangen sein in den eigenen Gedanken. Die Verarbeitung und Reaktion des Gegenüber nicht erblickend. Sitze ich da und schmunzle.

Dreist könnte eine*r sagen.

Natürlich. Sage ich.

 

Menschliche Verhaltensmuster und Glaubenssysteme. Die Dinge auf die sich ihre Augen auf der Straße manifestieren und auf die sich ihre Sinne automatisch konzentrieren. Sozialisierung. Welch starkes System aus Eingetrichtertem. Kann es so wohl-tuend sein. Ist es so giftig.

Vielleicht nicht für jeden. Vielleicht nicht alles. Vielleicht nichts spezielles. Nichts vollkommenes. Nichts was man ausschließlich in der Schule eingetrichtert bekam. Nichts was einem ausschließlich zuhause vorgelebt wurde. Nichts was man in den Momenten dieser beiden dominierenden Faktoren im Kindesalter aufgriff. Wie man behandelt wurde. Wie man andere behandelt. Wie man glaubt sich selbst behandeln zu müssen. Oder es einfach tut.

Der Kontakt zu Menschen. Der Kontakt zu anderen Ansichten, zu anderen Interpretationen und zu anderen Sichtweisen und Glauben. Zu anderen Erklärungsmustern und zu Schönheit in der Vollkommenheit des Augenblickes. Eines Menschen der vor dir steht. Dessen Zweifel du nie zu erkennen vermögen wirst, doch welchen du dennoch so manifest vor dir stehen siehst.

Je mehr man sieht. Je mehr man hört. Je mehr mal ließt und fühlt und erfährt. Innen und außen. Je mehr man sich zu berühren vermag. Je mehr man sich zu fühlen vermag. Desto mehr verändern sich Dinge, von denen man nie die Vorstellung besaß, dass sie es könnten.

Dinge sind so. Dir wird die Geschichte erzählt, doch du nimmst sie an, wie etwas das du lernen musst. Nicht dass du es verstehst.

Und du siehst dich abgeschottet von der Entwicklung. Nimmst sie war, doch im ganzen wirkt sie wie etwas was sein muss.

Und plötzlich brechen all diese Sachen auf und du siehst dich in einem Raum, der dir vollkommen fremd ist. So fremd und doch so vollkommen vertraut. Doch die Dinge die du nie zu formulieren wusstest, sind nun da und reichen dir die Hand. Sagen: „Komm. Du darfst jetzt.“

Gedankengänge dahingehend sind schwer zu manifestieren. Laß ich einen Text von mir. Sagte, ich könne mich hier frei fühlen, das ist mein Eigen. Und diesen Space kann ich ausweiten. In Regionen die größer sind. Die mich allgegenwärtig umgeben.

Bist du du selbst, vergehen deine Zweifel im Wind. Den Zustand zu erreichen? Ein Meisterwerk. Lass dir Zeit. Du hast dein Leben lang zeit.

Versteck dich nicht vor deinen Aufgaben. Nimm sie an, wenn du kannst. Wenn du dich nicht mehr traust, vielleicht mach sie zu deinem Freund. Denn sie kennen dich so gut wie niemand sonnst.

Stille Wärme Klarheit

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Natürlich sind manche Entscheidungen nicht leicht. Natürlich verspürt man Angst, obgleich an mancher Passage ohne Grund. Doch so tief verwurzelt wie dieses Gefühl im Körper ist, so tief verworren können seine Gründe sein. Daher will ich es von mir weisen, mich seiner Herkunft zu erfragen. Auch wenn die Wege in sich selbst voll Varietät so fruchtbar für neues sein können.

Doch dort sind wir heute nicht. Wir sind woanders.

Und ruhe ich in diesem Moment an jenem Ort, verleichtert es mir so viel Druck den ich in so vielen Stunden auf mich nehme. Neben den Gründen die ich kenne, sind so viele Fragen die sich vor mich setzen. Dort sitzend und mich anstarrend. Nicht aggressiv. Nicht gelangweilt. Doch erwartungsvoll. Und wie oft musste ich sie wieder bitten zu gehen… Und wieder stehen sie vor meiner Tür. Wieder lasse ich sie herein. Mit Hoffnung und Neuem, ihre Neugierde, den Grund ihres Seins zu erschließen. Doch wieder und wider gehen sie und wieder und wieder sitze ich dort. Bei mir selbst und starre zu Boden ohne Blick und ohne Klarheit.

An solchen Tagen ist es leicht sich auf die Stufen eines Zuges zu setzen. War es an diesem Tag zu heiß, waren die Gefühle im Streit, war das Gemüt bekümmert oder hing Zweifel in der Luft. So liebe ich die Erinnerungen. Mit ihnen erstelle ich einen Ort, wo all das nicht ist. Weil es mir ist. Und verlangt es mit nach Stile, so war der Bahnhof still. Und verlangt es mir nach Wärme, so spüre ich die Sonne auf meiner Haut. Verlangt es mir nach Klarheit, sehe ich die Menschen. Folge ihren Schritten. Lausche ihrem Leben.

So wandere ich in meinem Leben und sammle sie. Solche wohin ich Stille finde. Wärme finde. Klarheit finde.

Denn sie füttern mich, wenn ich selbst mich nicht mehr nähren kann. Und sie lieben mich, wenn ich im Zweifel bin. Und sie erbauen mich und ich schenke mich ihnen.

Und es ist.